Kunde zweiter Klasse

Neulich fuhr ich mit dem ICE der Deutschen Bahn von Frankfurt nach München. Aufgrund mehrere Ausfälle kam ich erst 90 Minuten verspätet vom Frankfurter Hauptbahnhof weg. Das fand ich zwar nicht so toll aber das kann ja mal vorkommen.

Als ich dann endlich im Zug saß habe ich mich ins Bordrestaurant gesetzt und wollte mir nach dem stressigen Tag ein Gläschen Wein genehmigen. Bei meiner Bestellung an der Bar, „Ein Fläschen Grauburgunder und zwei Gläser, bitte“, hat mich die Barkeeperin gefragt wo ich denn sitze. Ich sagte ihr, dass ich „da hinten rechts“ sitze und zeigte auf das rechte Ende des Bordrestaurants. Sie fragte mich: „Zweite Klasse?“. Nachdem ich dies bejahte sagte sie mir: „Dann kriege Sie nur Becher“.

Ich war überrascht. Mit Plastikbechern kann ich ja noch leben aber aus einem Kaffee-Pappbecher Wein zu trinken ist nicht gerade das was ich mir unter einem angenehmen Ausklang des Arbeitstages vorstelle. Vor allem dann nicht, wenn einige Verspätungen der Deutschen Bahn mitgemachte.

Bisher habe ich mich immer gefragt, welche Vorteile ich als „Erste-Klasse“-Reisender bei der Deutschen Bahn neben mehr Platz und dem Mini-TV im Vordersitz habe. Nun weiss ich es, die erste Klasse kriegt Weingläser.

Seither fühle ich mich bei der Deutschen Bahn wirklich zweitklassig.

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