Flucht nach vorn: Eis-Gravel von München nach Kufstein
10. Januar 202605:30 Uhr. Die Stadt schläft noch, aber mein Freilauf knattert bereits durch die Münchner Dunkelheit. Der Plan war simpel: Kilometer machen bis Tirol. Die Realität war rutschig.
Schon kurz hinter der Stadtgrenze wurde klar: Das wird kein Geschwindigkeitsrekord. Stellenweise war der Boden spiegelglatt, jeder Tritt auf dem Gravelbike ein Balanceakt. Konzentration statt Flow. Richtig wild wurde es dann im Inntal. Der Schneefall verdichtete sich so sehr, dass die feinen Stollen kapitulierten.
Da hilft nur Pragmatismus. Für die letzten zehn Kilometer habe ich die Route spontan auf den Rennrad-Modus umgeplant – Hauptsache geräumte Straßen, Hauptsache ankommen. In Kufstein dann direkt in den Zug, der dank Schneechaos und liegengebliebener Bahnen proppenvoll war. Kuscheln mit Pendlern statt Coffee-Stop.
Fazit: Wenn der Winter im Inntal ernst macht, ist Sturheit der falsche Begleiter. Lieber spontan auf Asphalt ausweichen, als im Tiefschnee zu schieben.



Ein paar Fakten zur Tour (Laut Garmin Edge 1050):
- 115,35 km
- 802 Höhenmeter
- 06:34 h Fahrzeit
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,5 km/h
- Straßenoberfläche: Befestigt: 83%, Unbefestigt: 17%
- Temperatur zwischen 2 und 7 Grad.
- Durchschnittstemperatur: 5 Grad

